... warum Bibliotheksausweise ?

 

über mein Hobby:

 

Warum sammelst du gerade Bibliotheksausweise, ist die erste Frage die ich immer gestellt bekomme. Das man Bücher sammelt ist ja o.k., Briefmarken, Münzen, Ü-Ei Figuren alles normal, aber Bibliotheksausweise? Die Antwort darauf ist natürlich nicht einfach. Warum eigentlich? Das Aussehen, die verschiedenen Arten, … keine Ahnung warum ich gerade darauf gekommen bin.

Auf jeden Fall ist es wie jedes andere Hobby mit „Sammelwahn“, man versucht, früher oder später, " ALLE" zu bekommen.  In diesem Fall natürlich ein Ding der Unmöglichkeit, oder?    ... ich habe ja eigentlich noch genug Zeit. Wenn, ja wenn da nicht noch die Bibliotheken und Büchereien (ab jetzt BB) ein Wörtchen mitzureden hätten. 

Aber der Reihe nach, wie fing alles an? 

Am Anfang war da noch gar kein Ausweis, am Anfang waren da auch mal Bücher. Gelesen habe ich schon immer gerne, meistens historische Romane oder Sachbücher über die Geschichte von Städten, Regionen uns so weiter, die sogenannten Regionalia. Dann habe ich mich auf das Lesen und sammeln von Jubiläumsfestschriften  von Büchereien und Bibliotheken spezialisiert.

Den Grundstock dazu legte die evangelische Gemeindebücherei Rodgau- Dudenhofen. Sie brachte in 2005 eine kleines Heft mit dem Titel: „ Bücher bauen Brücken, 50 Jahre öffentliche Bücherei der ev. Kirchengemeinde Dudenhofen“ heraus. Ein kleiner historischer Überblick über die Geschichte der Bücherei. Und da die Bücherei klein ist, war natürlich auch das Heft nicht „sooo“ dick. Aber, ...

... das Interesse war geweckt. Schnell zum nächsten Antiquariat und noch so eine Festschrift gekauft. Diesmal: „125 Jahre Murhardsche Stiftung der Stadt Kassel und ihre Bibliothek, 1863 – 1988“, … schon besser, interessanter und sogar dicker. Ab jetzt nur noch so etwas.

Es war schön zu lesen, wie aus kleinen Vereinsbüchereien oder privaten Initiativen die heutigen Bibliotheken entstanden sind. Jede Geschichte war anders und doch wieder gleich.

Die Suche war am Anfang noch einfach, derer Titel gibt es viele, aber wie alles andere auch, meistens ziemlich teuer. Diese Bücher werden ja schließlich nicht in den hohen Auflagen hergestellt wie Romane oder Erzählungen, außerdem die tage-, wochen-, monatelangen Recherchen zum Inhalt, das will ja schließlich alles bezahlt werden.

Also hab ich Tante Google zu Hilfe genommen und angefangen die BB’en direkt anzuschreiben. Von den meisten bekam ich auch ein Exemplar der entsprechenden Festschrift und bei einigen lag sogar ein Benutzerausweis dabei. Wow. Warum das? Werbung,? Egal, die Geste war nett. Irgendwann wurde es dann schwerer, die entsprechende Festschriften zu bekommen.

Der überwiegende Teil davon war / ist nämlich „graue Literatur“ und wenn einmal das Jubiläumsjahr vorüber ist, wartet man noch mal 1 – 2 Jahre [vielleicht interessiert es ja noch mal jemanden], aber spätestens danach wandert so etwas auch schnell wieder in den Makulaturkreislauf für Neues.  

Als Weiteres kommt hinzu, dass im heutigen „non print“  Zeitalter eh alles nur noch auf dem Computer erstellt und ins Netz eingestellt wird. Das Bücher und Broschüren sammeln wird auf diesem Gebiet also immer schwieriger.

Was also jetzt? Halt, da stand doch ein paar Zeilen vorher etwas über einen Bibliotheksausweis. Na das wäre doch etwas. Solche Karten hat schließlich jede BB und ein neues Hobby ward gefunden. Schnell mal im Internet recherchiert, die unterschiedlichen Karten verglichen und los ging es. Und das Allerbeste, es hat immer noch etwas mit BB’en zu tun, früher oder später sogar etwas mit deren Geschichte, womit wir wieder am Anfang des Hobbys wären.

Die Festschriften sammele ich natürlich immer noch. 

Jetzt gab es nur ein kleines Problem. Womit fange ich an? Ich werde mich zuerst einmal auf die deutschen und deutschsprachigen BB spezialisieren (da ist das Anschreiben leichter, weil ich der fremden Sprachen nicht so mächtig bin).  Aber mit welcher BB'en fängt man an?  Also zuerst einmal mit den großen Landes-, Universitäts- und FH- Bibliotheken. Zwischendurch immer mal eine kleine Stadt-, Gemeinde- Bib. und dann immer so weiter. 

Deutschland ist ja groß und hat deren BB’en viele. Aber, auch das Ausland darf dabei nicht vergessen werden. Gerade bei unsere Nachbarn in Österreich und in der Schweiz, dort spricht man ja bekanntlich auch deutsch. Diese sind im Übrigen viel großzügiger, was das Überlassen von Karten angeht. Daran könnte sich so manch deutsche BB'en ein Beispiel nehmen. 

Es ist übrigens unglaublich, wie viele unterschiedliche Arten von Ausweisen es noch gibt. Und hierbei meine ich nicht das aufgedruckte Design. Nur leider wird es davon immer weniger geben, da früher oder später wahrscheinlich alle BB’en auf das Checkkarten Format umsteigen werden. Aber noch kann ich mich an deren Vielfalt erfreuen.

Am schönsten sind natürlich die „alten“ Karten, also die vor dem Checkkarten Zeitalter, wenn man dazu nicht gerade die Standardkarten der EKZ oder der kirchlichen Vereine zählt. Da haben sich die BB'en ja noch richtig Mühe gegeben.
Diese zu bekommen wird aber langsam wie ein „Vierer“ im Lotto. Denn wer hebt so etwas schon auf. Sogar ich, „ich schäme mich so“, habe meine alte DDR-Karte vor Jahren weggeworfen. Aber ab und zu hat man auf Flohmärkten oder in Internetauktionen doch noch mal Glück.

So viel zu meinem Hobby. Vielleicht wird, auf die Jahre gesehen, diese Sammlung ja auch mal etwas für Historiker, ein "Archiv" für Benutzerkarten? Sollten selbige das Bild einer Karte für eine Publikation benötigen, können Sie sich gerne an mich wenden. Ich werde dann einen hochauflösenden Scan zur Verfügung stellen.
 

Ich bedanke mich hiermit schon einmal im Voraus bei den angeschriebenen Bibliotheken und Büchereien

für das Überlassen der gewünschten Karten und Festschriften.